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Vor fast 12 Jahren habe ich meine Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin begonnen, drei Jahre später war ich damit fertig und seit nun fünf Jahren arbeite ich selbständig als Beraterin in meiner Praxis.
Ich habe den Beruf – von außergewöhnlich guten Lehrern – von der Pike auf gelernt, in der Ausbildung wurde sehr viel Wert auf den Kontaktaufbau, die Verbindung zu den Klienten gelegt und auf die Gesprächsführung.
Fühlt sich mein Gegenüber wohl mit mir? Entsteht eine vertraute Atmosphäre? Ist genug Raum für Emotionen? Oft merkt man es an einem tiefen Ausatmen, dass der Klient oder die Klientin sich entspannt, ankommt, sich oft zum ersten Mal wirklich gesehen und gehört fühlt. Sich dem Gespräch wirklich hingibt und dieser Moment berührt mich jedes Mal aufs Neue.
Vor drei Wochen musste ich meinen über alles geliebten Seelenhund einschläfern lassen und die Trauer ist manchmal übermächtig. Seit dem Zeitpunkt wird es mir wieder aus der anderen Perspektive bewusst, was es wirklich braucht in einer Krise:
Jemanden, der zuhört. Eine Hand reicht. Aushält, wenn du weinst. Dich reden lässt, ohne sofort Ratschläge einzubringen. Ein ehrliches „Wie fühlst du dich?“, „Was brauchst du?“, „Ich bin für dich da.“
Ich schätze die vielfältigen Methoden, mit denen man in meinem Beruf arbeiten kann, sehr und sie sind eine wirklich wertvolle Ergänzung in meinem Praxisalltag. Aber in der akuten Krise kommen Werte zum Tragen, die so alt sind wie die Menschheit an sich:
Ein tragfähiges soziales Umfeld, Ruhe und Zeit, die Emotionen da sein lassen, Begleitung.
Allzu leicht lassen wir uns aus Krisen ablenken mit dem Handy oder TV, der Suche nach dem nächsten Partner oder dem nächsten Haustier, mit Essen oder Sonstiem. Und haben schnell das Gefühl, etwas „überwunden“ zu haben, aber gerade die Trauer ist eine Emotion, die sich nicht „austricksen“ lässt.
Sie kommt immer wieder, oft über Umwege, bis wir sie wirklich an uns heranlassen, sie aushalten und letztendlich auf eine Art überwinden. Ich sage bewusst „Auf eine Art“, weil manche Krisen, manche Verletzungen, manche Verluste niemals ganz heilen werden. Sie bleiben eine kleine Narbe, die letztendlich zu unserem Leben dazugehört, auch wenn wir gelernt haben, damit zu leben.
Was möchte ich dir mit dem heutigen Text mitgeben?
Dass es in einer Krise nicht immer sofort Methoden, Lösungen oder kluge Ratschläge braucht. Oft ist das Wertvollste ein Mensch, der bleibt, zuhört, mitfühlt und aushält, was gerade da ist.
In meiner Arbeit mit Menschen lege ich genau darauf besonderen Wert. Wenn du denkst, dass ich die Richtige bin, um mit dir an einem schwierigen Thema zu arbeiten, kontaktiere mich bitte gerne für eine Terminvereinbarung.
Und wenn dir gerade das „Menschsein“, abseits von Tempo, Technik und Leistung am Herzen liegt, empfehle ich dir meinen Workshop „Zurück zur Natur des Menschen“.
Ich freue mich auf dich!

