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Eltern und Kinder

Eltern und Kinder

Montag, April 13, 2026

Zwischen Loyalität, Dankbarkeit und Schuld

Zu den Osterfeiertagen habe ich meinen letzten Newsletter mit dem Titel „Familie, Gefühle und Feiertage“ ausgeschickt und einige meiner Leserinnen und Leser haben sich zu diesem Thema bei mir gemeldet.

Die Anmerkungen handelten hauptsächlich davon, warum ich mit meinen Texten manchmal die Eltern anprangere und nachdem das natürlich ein hochemotionales, manchmal falsch verstandenes – aber immer aktuelles – Thema ist, möchte ich es heute gerne nochmals aufgreifen.

Wichtig ist mir zuerst, dass mein Augenmerk sowohl in den Texten als auch in meiner Praxis nicht auf der Kritik an den Eltern liegt, sondern im Gegenteil: jede Mutter und jeder Vater (bis auf ganz wenige Ausnahmen) gibt immer sein Bestes!

Bert Hellinger, der Pionier in der Aufstellungsarbeit, sagte einst „Jeder Elternteil gibt immer 100% - ob beim Kind aber vielleicht gefühlt nur 40% oder aber 120% ankommen, ist völlig unterschiedlich“ und da gebe ich ihm Recht.

Eltern haben die Aufgabe, für die Kinder zu sorgen, sie zu erziehen und auf das Leben vorzubereiten. Dazu bedienen sie sich Werten, Traditionen oder Leitlinien, die sie selber so gelernt haben, die sie für richtig und wichtig halten und die ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrer Erfahrung entsprechen.

Und genau hier steckt das meiste Potential für Konflikte und Missverständnisse.

Ich bin Jahrgang 1975 und meine Eltern waren die klassische Nachkriegsgeneration. Bei deren Erziehung wurde viel Wert auf Respekt, Höflichkeit und Anstand gelegt. Die Kinder wurden so erzogen, dass die möglichst brav und gehorsam waren und keinesfalls unangenehm auffielen.

Das Wort der Eltern hatte Gewicht und auch die vielen traumatischen Erlebnisse aus dem Krieg spielten in der Erziehung noch eine große Rolle (dieses Thema würde den Rahmen sprengen, ich werde aber in einem späteren Newsletter genauer darauf eingehen).

Meine Generation, und die nachfolgenden noch viel mehr, haben völlig andere Werte entwickelt, sind mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert und alleine daraus ergibt sich oft eine sehr gegensätzliche Weltsicht:

Die „Erziehenden“ fühlen sich gekränkt oder entwickeln ein Unverständnis für die nun erwachsenen Kinder, sehen ihre Werte in Frage gestellt. Die „Kinder“ fühlen sich hin und hergerissen zwischen Loyalität einerseits und dem Wunsch nach Unabhängigkeit und einer für sie stimmigeren Lebensgestaltung andererseits.

Und zu verstehen sind beide.

Was hier wichtig ist: die jeweilige jüngere Generation ist die, die in die Zukunft geht. Sie sollte dazu angehalten werden, ihre eigenen Werte zu entwickeln, ihr Leben an die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Ihre Rahmenbedingungen sind völlig andere als die der Eltern und Großeltern. Das Ziel der heutigen Zeit ist es nicht mehr, die Kinder zu brav und artig zu „erziehen“, sondern sie so zu begleiten, dass lebensfähige, resiliente Erwachsene daraus werden.

Loyalität und Verständnis gegenüber den Eltern ist angebracht, und auch Dankbarkeit für die Mühen, die sie investiert haben.

Diese Dankbarkeit ist aber niemals mit Schuld zu verwechseln!

Kinder zu bekommen war die Entscheidung der Eltern. Diese Kinder großzuziehen, mit allem, was dazugehört, war ihre Aufgabe. Dies den Kindern immer wieder vorzuhalten, überschreitet definitiv eine Grenze.

Was sind deine Gedanken zu diesem Thema? Lass mich gerne teilhaben!

Oder siehst du dich auch ein bisschen gefangen im Fadenkreuz zwischen Loyalität, Schuld und Dankbarkeit? Dann kontaktiere mich gerne für eine Terminvereinbarung (direkt über den untenstehenden Button), ich unterstütze dich gerne bei deiner Neuausrichtung! 

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