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Familie, Gefühle und Feiertage

Familie, Gefühle und Feiertage

Samstag, April 4, 2026

… schon sind wir mittendrin im Osterwochenende. Die Geschäfte schließen, die letzten Schokohasen sind gekauft, die Eier gefärbt und das Festtagsmenü steht fest.

Wir verbinden Ostern mit Familie, Frühling, bunten Farben und Leichtigkeit. In vielen Familien gelingt das auch, aber für manche Menschen ist die Realität eine andere.

Nicht wenige längst Erwachsene machen sich mit einem unguten Gefühl im Bauch auf den Weg zu den Eltern, Großeltern oder Geschwistern. Zu tief sitzen alte Verletzungen, Ängste vor Streit oder Auseinandersetzungen oder Unsicherheiten.

Kritik am eigenen Leben, Sticheleien, schon lange schwelende Konflikte ruhen nicht, nur weil der Osterhase kommt. Sondern sie kochen erst recht an diesen Tagen oft erst richtig hoch.

Gerade zu den Feiertagen, wo sich viele Menschen die Geborgenheit und Sicherheit einer Familie wünschen, wird oft deutlich, dass Verwandtschaft nicht zwingend Harmonie bedeutet, sondern dass hier höchst unterschiedliche Werte und Vorstellungen, Charaktere und Standpunkte aufeinanderprallen.

Im Alltag schaffen wir es oft noch, Reibereien oder unangenehmen Gefühlen auszuweichen. Zu Ostern – wie zu Weihnachten – sind wir jedoch meist über längere Zeit wieder mit den Menschen zusammen, mit denen wir unsere Kindheit verbracht haben. Dabei werden oft sehr kindliche Wünsche wach: Liebe, Zusammengehörigkeit, gesehen werden.

Das kann uralte Gefühls- oder Verhaltensmuster und alte Wunden zum Vorschein bringen: Vielleicht fühlst du dich wieder wie ein Kleinkind, das getadelt wird. Vielleicht spürst du Wut über Kritik oder Einmischung, die du früher nicht äußern durftest. Oder du übernimmst die Rolle des Streitschlichters – und fühlst dich dabei überfordert oder frustriert, weil du dich nicht so gesehen und gehört fühlst, wie du es dir wünschst.

Ganz wichtig: all diese Gefühle sind okay! Es ist völlig in Ordnung, wenn es dich traurig macht, dass deine Familie nicht so funktioniert, wie du das gerne hättest.

Wie also umgehen mit einem flauen Gefühl im Magen vor dem großen Familienzusammentreffen? Mach dir zuerst bewusst, dass du nun erwachsen bist. Viele Gefühle, die in diesem Rahmen ausgelöst werden, kommen einem übermächtig vor, weil man wieder in eine kindliche Ebene rutscht.

Die Eltern wirken wieder groß und mächtig, das gesprochene Wort wie ein Gesetz, die eigene Macht überschaubar. Das ist nicht mehr die Realität.

In deiner heutigen Position als Erwachsener bist du nicht mehr abhängig von der Gunst oder der Zuwendung deiner Eltern. Du kannst Grenzen setzen und Stopp sagen, wenn etwas zu weit geht. Du kannst unerwünschte Kritik und Einmischung unterbinden. Und du kannst aufstehen und den Raum verlassen, wenn es dir zu viel wird.

Es kann sinnvoll sein, vor dem Besuch ein paar Mal tief durchzuatmen und dir bewusst zu machen, dass du heute als Erwachsener mit am Tisch sitzt. Dass deine Werte und deine Meinung zählen und du jederzeit die Möglichkeit hast, abzubrechen.

Und zu guter Letzt: Du musst da nicht „durch“. Das gemeinsame Osterfest sollte nicht all deine Energie aufbrauchen und dich ausgelaugt, gestresst und verletzt zurücklassen. Wenn es deinen inneren Frieden kostet, ist der Preis zu hoch.

Denn Familie ist dort, wo du dich sicher fühlst – und genau das darfst du dir auch zu Ostern zugestehen.

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