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Stell dir eine Beziehung vor, in der der Mann in regelmäßigen Abständen immer wieder ausrastet, mit Gegenständen wirft, die Partnerin und die Kinder beschimpft, in seinen Launen unberechenbar ist. Dennoch steht die Partnerin unverbrüchlich zu ihm (oder umgekehrt.)
Oder eine Beziehung, in der der Respekt und die Wertschätzung fehlen, womöglich Lügen und Heimlichtuereien auf der Tagesordnung stehen. Eine Beziehung, in der sich einer der Partner in der Beziehung todunglücklich fühlt, wie lebendig begraben. Dennoch bleibt er in der Partnerschaft, weil er es einst versprochen hat. Womöglich in der Kirche mit einem „Bis dass der Tod euch scheidet.“
Das zitierte Eheversprechen gibt es in der evangelischen und katholischen Kirche seit dem 19. Jahrhundert. Die Wurzeln liegen allerdings in biblischen Passagen, die die Ehe als eine lebenslange Bindung beschreiben, die erst durch den Tod endet.
In der aktuellen Zeit in niemand mehr gezwungen, bis zum Tod eines der beiden Partner in einer unglücklichen Ehe oder Beziehung zu bleiben. Dennoch haben einige Menschen den Anspruch an sich selbst, beim gewählten Partner zu bleiben, selbst in widrigsten Umständen, und das kann verschiedene Gründe haben:
Ein falsches Verständnis von Treue: gerade Menschen, die religiös erzogen worden sind, bleiben oft bis weit über ein gesundes Maß hinaus bei Partnern, die ihnen eigentlich schaden. Aus dem Gefühl heraus, dass das so gehört, dass man dazu verpflichtet sei, weil man das vor Urzeiten einmal so versprochen hat.
Ein Versuch, sich selbst aufzuwerten: unter schwierigen Umständen bei einem Partner zu bleiben kann einem selbst das Gefühl geben, der oder die „Gute“ zu sein. Ein Gefühl, etwas auszuhalten, selbst wenn man an die eigenen Grenzen geht. Auch nach außen entsteht oft das Bild einer Heiligen, die sich bis zur Selbstaufgabe opfert, für die „Liebe“. Das wiederum schmeichelt dem Selbstwertgefühl.
- Ein falsches Verständnis von Treue: gerade Menschen, die religiös erzogen worden sind, bleiben oft bis weit über ein gesundes Maß hinaus bei Partnern, die ihnen eigentlich schaden. Aus dem Gefühl heraus, dass das so gehört, dass man dazu verpflichtet sei, weil man das vor Urzeiten einmal so versprochen hat.
- Ein Versuch, sich selbst aufzuwerten: unter schwierigen Umständen bei einem Partner zu bleiben kann einem selbst das Gefühl geben, der oder die „Gute“ zu sein. Ein Gefühl, etwas auszuhalten, selbst wenn man an die eigenen Grenzen geht. Auch nach außen entsteht oft das Bild einer Heiligen, die sich bis zur Selbstaufgabe opfert, für die „Liebe“. Das wiederum schmeichelt dem Selbstwertgefühl.
- Ein Muster aus der Kindheit: wenn man schon in der Kindheit gelernt hat, in einem schwierigen Umfeld zu bestehen, ist eine unschöne Paarbeziehung quasi gewohntes Umfeld. Deshalb kommen viele gar nicht auf die Idee, auszubrechen. Zusätzlich wird hier meist versucht, durch die Beziehung die Kindheitswunden zu heilen. Nach dem Motto: „Wenn ich mich richtig anstrenge, wird es diesmal funktionieren.“
Mich bitte hier nicht falsch zu verstehen: ich bin nicht dafür, leichtfertig Beziehungen zu beenden, bei den ersten Schwierigkeiten aufzugeben, oder ein Ehe- bzw. Partnerschaftsversprechen nicht ernst zu nehmen.
Wann ich aber zu einer Trennung raten würde:
- Wenn einer der Partner Schaden nimmt, psychisch oder physisch. Hier muss ganz klar eine Grenze gezogen werden.
- Wenn kein Ende abzusehen ist. Jede Beziehung kann durch schwierige Phasen gehen, aber wenn sich diese über viele Monate oder gar Jahre zieht, wird sich das irgendwann auf die Lebensqualität einer der Partner auswirken.
- Wenn ein Partner längerfristig unglücklich oder seine Lebensfreude getrübt ist, oder wenn in der Beziehung seine Werte verletzt werden.
In diesen Fällen ist es durchaus sinnvoll, getrennte Wege zu gehen. Und wenn es nicht gelingt, sich aus einer wirklich unglücklichen Beziehung zu lösen, ist es sinnvoll, sich anzusehen, welche der oben genannten Überzeugungen hier wirken. Ich unterstütze dich gerne dabei!

