Blog
Keinen Artikel mehr verpassen!
Am letzten Wochenende war ich für einige Tage auf einer Almhütte, fernab der Zivilisation.
Mit einem Holzofen zum Heizen und Kochen, eiskaltem Fließwasser, Strom für das Allernotwendigste und Handyempfang nur dann, wenn Wind und der Mond günstig stehen.
Für eine Tasse Tee erst Holz zu schleppen, anzuheizen und dann zu warten, bis das Wasser kocht, war ungewohnt. Morgens erstmal zu frieren, bevor sich die Räume erwärmen und sich mit kaltem Wasser die Zähne zu putzen klingt nach wenig Komfort und komplett aus der Zeit gefallen.
Aber schon nach kurzer Zeit hat sich bei mir etwas verändert: schon nach den ersten Stunden fühlte ich mich entschleunigt und geerdet. Klar: es waren freie Tage ohne Verpflichtungen und Aufgaben, aber es hat sich gut angefühlt, den Dingen wieder ihre Zeit zu lassen und vor allem, sie wieder schätzen zu lernen.
Wir sind es gewöhnt, vieles mit einem Knopfdruck zu erledigen: Kaffee kochen, Wäsche waschen, heizen und vieles mehr. Geräte arbeiten mittlerweile für uns und die KI nimmt uns sogar das Denken ab.
Unser Leben ist bequem geworden und wir sparen uns viel Zeit. Aber macht uns das glücklicher? Und wissen wir die eingesparte Zeit gut zu nutzen? Nicht wirklich.
- Die Technik nimmt uns viel Arbeit ab, trotzdem haben wir keine Zeit.
- Handys, Computer und Apps denken für uns, trotzdem sind wir müde.
- Alles muss schnell gehen, und die gewonnene Zeit verbringen wir mit dem Handy oder vor dem Fernseher.
- Wir haben Möglichkeiten, die keine Generation vor uns hatte, trotzdem fühlt sich manchmal alles sinnlos an.
Warum ist das so?
Meiner Meinung nach liegt es in der Natur von uns Menschen, dass wir etwas brauchen, das wir als sinnvoll empfinden. Tätigkeiten, bei denen wir ein Ergebnis sehen. Es tut uns gut, etwas mit den eigenen Händen zu machen. Etwas entstehen zu lassen. Kreativ zu sein. Mühe und Überlegungen zu investieren. Und die daraus entstanden Dinge sind viel kostbarer, weil wir selbst sie erschaffen haben.
Das, was ganz einfach geht, wird mit der Zeit selbstverständlich und verliert seinen Wert, und wir bringen uns um das Erfolgserlebnis, das sich einstellt, wenn wir etwas selbst gemacht haben.
- Eine Mahlzeit, in die ich mit Zeit und Mühe zubereitet habe, werde ich viel mehr zu schätzen wissen als eine Pizza, die der Lieferant vor die Tür gebracht hat.
- Einen Kaffee, auf den ich lange warten musste, lasse ich nicht unbeachtet am Tisch
- Ein Feuer im Ofen ist erst dann so richtig toll, wenn mir vorher kalt war.
Vielleicht brauchen wir deshalb nicht noch mehr Technik, die alles noch schneller macht, sondern sollten uns bewusst wieder Zeit nehmen, manches selbst zu tun – und das auch zu genießen.
Wenn dich das Thema anspricht, komm doch gerne in meinen Workshop „Zurück zur Natur des Menschen“, alle Infos dazu findest du hier.

