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Widerstand zwecklos

Widerstand zwecklos

Sonntag, Oktober 1, 2023

„Leben ist das, was passiert, während du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.“ Der Spruch stammt angeblich von John Lennon, aber von wem auch immer, er hat schon seine Richtigkeit.

Je nach persönlicher Prägung sind wir unser ganzes Leben lang mehr oder weniger intensiv damit beschäftigt, Pläne zu machen, Ziele zu verfolgen, uns der Vorstellung hinzugeben, wir hätten alles „unter Kontrolle“. Haha.

In unserer Phantasie planen wir Karrieren, Familien, Reisen, Abenteuer und vieles mehr. Was dem dann oft dazwischen kommt, ist das Leben. Wege, die in andere Richtungen führen, Rechnungen, die nicht aufgehen – Krankheiten, Trennungen, unerwartete Wendungen führen oft meilenweit weg von dem, was wir uns eigentlich vorgestellt haben.

Als junge Frau dachte ich ganz selbstverständlich, dass ich einmal heiraten und eine Familie gründen würde. Ich würde bis zur Pensionierung im selben Unternehmen arbeiten, damals noch in Wien, eh klar. Nichts davon ist eingetroffen, manches leider, manches gottseidank. Aber worauf will ich eigentlich hinaus:

Das, was uns oft unglücklich macht, ist nicht die Tatsache, dass unsere Wege woanders hinführen als geplant (im Gegenteil: manchmal sind das sogar die Schönsten!), sondern unser eigener Widerstand dagegen.

Ich selbst habe mir schon an so manchen unerwarteten Veränderungen die Zähne ausgebissen, ich bin in eine Trotzhaltung gegangen, nach dem Motto „Ich will aber…!“, und was hat es mir gebracht? Gar nichts. Dem nachzuweinen, was sein hätte sollen, bringt dich keinen Schritt weiter, im Gegenteil.

Im Laufe der Zeit habe ich lernen dürfen, dass Widerstand gegen so manche Wendungen vollkommen zwecklos ist und es viel zielführender und weniger anstrengend ist, „mit dem Flow“ zu gehen. Carl Gustav Jung, der Schweizer Psychiater sagte „What you resist, persists“ und meinte damit, dass das, wogegen du dich wehrst, dir erhalten bleibt, dich also in deiner Weiterentwicklung und in deinem Fortschritt hemmt.

Das Gegenteil davon wäre Akzeptanz. Zu akzeptieren, dass dein Leben anders verläuft, als du es geplant hast, und das Beste daraus zu machen. Dem eine Chance zu geben, was gerade da ist und dir nicht mit innerem Widerstand den Blick auf das Gute in deinem Leben zu verstellen.

Was ich noch zu bedenken geben möchte: wir selbst beschränken uns in unseren Träumen, Plänen und Wünschen, weil wir oft gar keine Vorstellung davon haben, wie viel besser und schöner es eigentlich noch sein könnte, wir limitieren uns aufgrund unserer eigenen Prägungen und halten uns unnötig klein.

Ich bin mir völlig sicher, dass mein aktuelles Leben so viel intensiver und bunter ist, als ich es mir mit zwanzig Jahren hätte vorstellen können. Das, was ich geplant hätte, war der Prototyp, eine Blaupause dessen, wie viele Menschen zu dem Zeitpunkt den Lebensweg als den einzig möglichen erwogen haben, ungeachtet dessen, wie viel vielfältiger, spannender, intensiver es sein könnte.

Es hat so viele Wendungen und Abzweigungen in meinen letzten Jahren gegeben, dass mir oft schwindelig geworden ist und ich oft wirklich gerne an dem festgehalten hätte, was meine Träume waren. Heute bin ich dankbar, dass es nicht so war: dass mir das Leben, das Schicksal, oder was auch immer so viel mehr Möglichkeiten und Chancen und schöne Momente eröffnet hat, als ich es mir jemals erträumen hätte können.

Also: Raus aus dem Widerstand und rein in den Flow, spür, was dir noch alles offensteht und an wie viele undenkbare Zwischenziele dich deine Reise bringen kann. Wenn dir das noch nicht so gut gelingt, dann kontaktiere mich bitte gerne für eine Terminvereinbarung, ich freue mich auf dich! J

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