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Samstag, Dezember 4, 2021, 18:46 | Keine Kommentare »

Vor einigen Tagen ist ein Mensch aus meiner Vergangenheit urplötzlich, wie aus dem Nichts, in meiner Erinnerung aufgetaucht. Seit einiger Zeit schon führen unsere Lebenswege in unterschiedliche Richtungen, umso erstaunter war ich, dass das gemeinsam Erlebte plötzlich vor meinem inneren Auge erschien, als wäre es gestern gewesen.

Ein paar Tage war ich ein bisschen verunsichert deshalb, was sollte das nun, nach all den Jahren, warum soll ich dort nochmal hinsehen? Wehmut schwang mit in meinen Gedanken mit, und Trauer, zuerst einmal keine schönen Gefühle. Aber wenn sie schon da waren, wollte ich auch ihnen auch Raum geben.

Ich habe mir bewusst Zeit genommen, die Erinnerungen aufleben zu lassen und zuzulassen, was sie mir mitteilen wollten. Und mit jedem Tag ist mein Herz leichter geworden. Ich habe mich an sehr viele, sehr schöne gemeinsame Momente erinnert. Daran, was ich aus der Zeit mitnehmen und lernen durfte, über mich und über das Leben. Zum Schluss blieb nur tiefe Dankbarkeit.

Mit ein bisschen Abstand gewinnt man einen veränderten Blick auf Vergangenes. Vieles verliert an Schärfe und an Kanten, kann wie durch einen Weichzeichner betrachtet werden, und das ist gut so. Wenn es uns gelingt, Vergangenes mit Wohlwollen zu beurteilen, , fällt es uns leichter, das Schöne daraus mitzunehmen. Sie in unser Nest der Erinnerungen legen und von Zeit zu Zeit mit Freude darauf zurückschauen.

Genau so funktioniert Trauerarbeit. Ob wir einen geliebten Menschen verloren haben, oder sich unsere Lebensumstände verändert haben, der Weg ist der gleiche. Wir gehen durch Wut, Bitterkeit und Unverständnis und fragen laut „WARUM“? Und ganz oft gibt es keine vernünftige Antwort darauf.

Eine Möglichkeit ist dann, die betreffenden Menschen, die Situation, das Leben an sich zu verfluchen, und das gehört auch dazu. Dass einem etwas genommen worden ist, das einem lieb und wert ist, ist nur schwer zu verkraften.

Nach einer gewissen Zeit dürfen sich diese Emotionen aber wandeln. Wir dürfen uns mit Liebe daran zurückerinnern, was uns wertvoll war. Was uns Freude geschenkt hat. Und wenn es uns gelingt, die Dankbarkeit zu spüren, dass wir das Verlorene überhaupt erleben haben dürfen, dann wird sich immer öfter ein Lächeln zwischen die Tränen schwindeln.

Dann können wir leichten Herzens weitergehen, weil wir wissen, dass dieser Mensch, oder was immer wir verloren haben, immer ein Teil von uns sein wird, den wir als Erinnerung in uns tragen.

Ich begleite Trauernde auf ihrem Weg, wenn auch du Unterstützung brauchst, kontaktiere mich bitte gerne!

Weitere Impulse unter www.lebenswert-beratung.at


Montag, November 29, 2021, 11:12 | Keine Kommentare »

Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einer Klientin. Sie erzählte mir von ihrem Arbeitsplatz, und davon, dass sie sich im Kreis ihrer Kollegen sehr unwohl fühle. Sie sagte „ich passe nicht zu ihnen“, und war sehr traurig darüber, dass sie sich nicht zugehörig, sondert im Gegenteil mehr und mehr außen vor fühle. Dass mit ihr als Person scheinbar etwas nicht stimme.

Szenenwechsel. Die letzten Tage durfte ich meine Fortbildung zur Trauerbegleiterin fortsetzen. Gemeinsam mit acht komplett unterschiedlichen, wunderbaren Frauen. Zu keiner Sekunde fühlte ich mich fehl am Platz oder nicht angenommen, sondern ganz im Gegenteil: gerade die Tatsache, dass wir sehr verschieden sind und uns an unterschiedlichen Punkten in unserem Leben befinden, hat diese Tage so bunt und aufregend gestaltet.

Wir waren uns sehr bewusst, dass wir aus den verschiedenen Ansichten und Lebenswegen lernen und unsere Aha-Momente gewinnen können. Zudem haben wir alle dasselbe Ziel, wir wollen gute Trauerbegleiterinnen werden. Wir haben also das Verbindende über das Trennende gestellt und so das Beste aus allen Welten herausholen können und gemeinsam eine tolle Zeit verbracht.

Was will ich damit sagen? Wenn ich scheinbar zu anderen Menschen nicht dazu passe, dann ist es nicht zielführend, mich zu fragen, was MIT MIR nicht stimmt, sondern eher, mich zu fragen, ob diese Menschen die Richtigen FÜR MICH sind. Ob ich mich im - für mich - richtigen Umfeld bewege.

Ich höre jetzt den Einwand „Aber manchmal kann man doch nicht aus, zum Beispiel in der Arbeit, oder in der Familie.“ Ja, das stimmt. Mit Manchen muss man sich gezwungenermaßen arrangieren. Und natürlich passen nicht immer alle Persönlichkeiten zusammen, aber ich muss nicht mich selbst in Frage stellen oder mich mit Gewalt anzupassen versuchen.

Jeder Mensch für sich ist richtig und gut. Wenn mir das bewusst ist, und ich mit mir im Reinen bin, wird mich eine Zurückweisung aus dem Außen nicht so aus der Bahn werfen. Dann ist es egal, was andere denken.

Und dann werde ich mir auch eher Begleiter suchen, die entweder meine Werte und Vorstellungen teilen, oder mich gerade deshalb schätzen, weil ich anders bin und sie daraus wertvolle Erfahrungen gewinnen können.

Alles eine Frage der Perspektive, des Wollens, und der Offenheit Anderen gegenüber.


Montag, November 29, 2021, 11:11 | Keine Kommentare »

Ich glaube, vielen von euch geht es in diesen Tagen wie mir: egal, ob ich Radio höre, den Fernseher aufdrehe oder auf mein Handy schaue, in der Zeitung oder im Gespräch mit anderen - überall gibt es nur EIN Thema, und langsam möchte ich mir nur noch die Decke über den Kopf ziehen.

Horrorszenarien, gegenseitige Beschuldigungen und aufgewühlte Emotionen prasseln den ganzen Tag auf uns ein, und das betrifft nur das Corona-Thema. Da sind Klimawandel, Kriege und Naturkatastrophen noch gar nicht berücksichtigt.

Wenn man dann bedenkt, dass laut einer Studie jeder durchschnittliche Deutsche (und somit vermutlich auch jeder Österreicher) neun Stunden lang im Internet oder vor dem Fernseher hängt, kann man sich vorstellen, was das mit uns macht.

Der Fokus auf die schrecklichen Dinge, die wir jeden Tag zu hören und lesen bekommen, lassen uns glauben, dass diese Welt ein ausschließlich schlechter Ort ist. Aber die schönen Ereignisse werden nun mal nicht im Radio berichtet. Die 8.00 Uhr-Nachrichten verkünden nicht davon, dass weltweit Menschen einander helfen und beistehen. Und dass jeden Tag viele, viele schöne Dinge und manchmal auch Wunder passieren.

Was können wir aber tun gegen diese Reizüberflutung? Die negative Energie, die uns täglich begleitet?

Mein Tipp lautet, sich trotz allem mit möglichst viel Positivem, und möglichst wenig Negativem zu umgeben. Den Fokus auf alles das legen, das gut für uns und unser Gemüt ist.

Zum Beispiel:

🔸 Nachrichten streng limitieren. Vermutlich genügt es, sich einmal am Tag auf dem Laufenden zu halten, und aktuell ist es ohnehin oft so, dass die Nachrichten von zu Mittag am Abend schon wieder überholt sind.
🔸 in den sozialen Medien Seiten deabonnieren, die dich aufregen oder traurig machen, stattdessen nur das in dein Handy lassen, was dir gute Stimmung macht (Katzenkinder ;-))
🔸 Rausgehen in die Natur, möglichst ohne Handy und beobachten, was uns täglich geschenkt wird, auch an grauen Novembertagen
🔸 Sich mit guten Menschen umgeben. Welche, mit denen du dich wohlfühlst, du lachen und du selbst sein kannst
🔸 Dankbarkeit: Fokus auf das, was gut ist in deinem Leben, alle wichtigen Menschen, dein Dach über dem Kopf, dein hoffentlich gesunder Körper

Die Nachrichten werden bleiben, aber ich bin überzeugt, dass es uns zusteht, dass wir dennoch glücklich sein dürfen, und dass wir uns nach 5 Minuten Negativität zu jeder vollen Stunde wieder 55 Minuten Freude verdient haben.

Wie geht es dir mit den täglichen Schreckensmeldungen und was tust du dagegen? Lass es mich in den Kommentaren wissen
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Montag, November 29, 2021, 11:11 | Keine Kommentare »

Viele Menschen sind derzeit am Limit. Ein erneuter Lockdown, Horrormeldungen jeden Tag, unterschiedlichste Sorgen und Ängste. Aufeinanderprallende Ansichten öffnen eine tiefe Kluft quer durch Familien, Freunde, Arbeitskollegen. Wer Wortmeldungen in den sozialen Medien verfolgt, dem kann eigentlich nur schlecht werden, angesichts des mittlerweile offen gezeigten Hasses von allen Seiten.

So eng die Menschen zusammengerückt sind, vor mittlerweile 21 Monaten, so weit auseinander stehen wir heute gefühlt. Was steckt hinter der Wut, dem Unverständnis, dem „Nicht-mehr-aufeinander-zugehen“? Nicht immer, aber ganz oft versteckt sich hinter der Wut die „kleine Schwester“, die Trauer. Trauer, dass nichts mehr ist, wie es war. Dass Vieles, was uns lieb und wertvoll war, verloren gegangen ist.

Ich persönlich sehe anders als die Medien keine zwei Lager, sondern ganz ganz viele Einzelschicksale, die das Verständnis füreinander verloren haben. Das, was uns beschäftigt, ist so vielfältig wie wir Menschen selbst. Nackte Angst ums Überleben. Um unsere Nächsten. Davor, wovon wir leben sollen. Was die Krise mit unseren Kindern macht. Ob wir je wieder unbeschwert leben können.

Aber anstatt das auszusprechen, direkt heraus zu sagen „mir macht Angst, dass…“, fällt es uns unglücklicherweise leichter, mit dem Finger auf andere zu zeigen, die vermeintlich schuld sind an der Misere. Die alles nicht ernst genug nehmen. Oder zu ernst. Oder irgendwo zwischendrin.

Was können wir also tun, damit wir uns zumindest von Menschen, die uns nahestehen, nicht noch weiter entfernen? Ich gebe ein paar Tipps, die aus der Paarberatung kommen, auch hier ist es ja wichtig, ins Gespräch zu kommen, anstatt die Fronten zu verhärten 😉

🔹 Oft ist es schon ein erster winziger Schritt, sich selbst zu hinterfragen: Worauf die eigene Angst oder der eigene Ärger begründet ist. Dann kann der eigene Standpunkt offener und wertschätzender, aber auch verständlicher transportiert werden.

🔹 Zusätzlich ist es natürlich auch sinnvoll, sich an der Nase zu nehmen und zu schauen, ob man dem anderen auch wirklich zuhört und bereit ist, sich auf eine andere Ansicht einzulassen, anstatt einfach abzuwinken.

🔹 Beide Ansichten zulassen: zu sagen „ich nehme deine Bedenken und deine Meinung ernst, gleichzeitig macht mir Angst, dass…“. So dürfen beide Ansichten bestehen bleiben und keine davon wird abgewertet.

🔹 Ich-Botschaften“: statt „du machst… falsch“ sagen „ich würde es besser finden, wenn du….“

🔹 Gemeinsamkeiten suchen: oft sind die Meinungen gar nicht so weit auseinander, wie man denkt, sondern es gibt durchaus Aspekte, bei denen beide gleicher Ansicht sind. So wird das Verbindende über das Trennende gestellt.

🔹 Wenn gar nichts anderes mehr geht: das Thema aussparen, wenn klar wird, dass man hier unterschiedlicher Meinung ist, auch bleiben wird, und das Gespräch nur im Streit enden würde. Es gibt ja schließlich auch noch andere Themen…

🔹 Und wenn auch das nicht funktioniert: Hilfe suchen. Dafür sind wir psychologischen Beraterinnen und Therapeuten da.
Es wäre ja schade, wenn die große C-Krise eines Tages weg ist, und mit ihr Menschen, die uns wichtig sind.

Und was kannst du für dich selbst tun in dieser Zeit? Selbstfürsorge ist das Zauberwort. Nachrichten maximal 1 x am Tag. Sich mit lieben Menschen umgeben. Auf die eigenen Bedürfnisse achten (z.B. brauche ich Ruhe, möchte ich mich austauschen, in sich hineinhorchen, das einen gerade beschäftigt, …). Raus in die Natur. Durchatmen. Den Blick auf die guten Dinge des Lebens richten.

Komm gut durch diese Zeit!


Montag, November 29, 2021, 11:10 | Keine Kommentare »

Ich lese gerade ein sehr lustiges Buch mit dem Titel „Einen Scheiß muss ich“. Es kein psychologisches Fachbuch, aber der Inhalt kommt tatsächlich regelmäßig in meiner Praxis zur Anwendung.

Menschen, die „ich muss“ häufig im Gespräch, und vor allem auch im inneren Gespräch mit sich selbst (!) verwenden, haben oft hohe Ansprüche an sich selbst und sind quasi ihr eigener „Drill Instructor“.

„Ich muss“ ist also unser eigener Antreiber, der uns durch den Tag und durchs Leben peitscht, mit Sätzen wie:

🔻 „ich muss abnehmen“
🔻 „ich muss erfolgreich sein im Beruf“
🔻 „ich muss endlich einen Partner finden
🔻 „ich muss die Wäsche waschen/Gartenzaun streichen/putzen“
🔻 „ich muss jederzeit verfügbar sein/meine Hilfe anbieten/für andere da sein“

Ich kenne diese Phrase sehr gut, ich hab sie vor einigen Jahren noch selbst täglich unzählige Male durch meinen Kopf, und damit meinen Blutdruck in die Höhe gejagt. Von früh bis spät habe ich irgendwas müssen, und wenn ich nicht alles geschafft habe, hat mir das auch noch die Laune versaut.

Dabei muss ich nicht wirklich unbedingt heute staubsaugen, nicht ausnahmslos zu jeder Geburtstagsfeier gehen, zu der ich eingeladen werde. Nicht zu jedem freundlich sein, keinen Porsche fahren, und nicht unbedingt mit 30 Jahren verheiratet sein (eh schon zu spät 😉).

Was wir müssen, ist essen, schlafen, aufs Klo gehen, für unseren Lebensunterhalt sorgen,... Und es ist auch verständlich, dass wir im Kopf ein bisschen eine Übersicht behalten, was wir tatsächlich nicht vergessen sollten: Kinder vom Kindergarten abholen, zum Beispiel. Etwas Essbares im Haus haben. Stromrechnung bezahlen.

Dennoch schadet es nicht, wenn wir hinter unser gedankliches „ich muss“ zumindest hin und wieder ein „muss ich?“ setzen. Und auch dann, wenn das MUSS von außen kommt, wie:

🔻 „du musst endlich wieder unter Leute
🔻 „du musst dich wirklich gesünder ernähren“,
🔻 „du musst beruflich langsam mal weiterkommen“, etc.

In diesem Fall ist ein „Einen Scheiß muss ich“ durchaus angebracht.
Für mich persönlich hat geholfen, bei den Aufgaben, die ich mir selbst auf die gedankliche To Do-Liste gesetzt habe, das Wort „muss“ auszutauschen.

Statt „ich muss Sport machen“ sage ich zum Beispiel „ich MÖCHTE Sport machen“. Probier es aus, es macht wirklich einen Unterschied. Warum, fragst du?

🔻 Durch das „möchte“ wird meine eigene Entscheidung daraus. Nichts, was mir aufgezwungen wird, sondern, das, was ich mir persönlich vorgenommen habe.
🔻 Wenn doch nicht geklappt hat, warum auch immer, nehme ich es mir selbst nicht übel, weil es ja kein Muss war. Das „muss“ baut unnötig Druck und schlechtes Gewissen auf.

Woher kommt der „ich muss“-Zwang? Oft aus der Erziehung. Ein gewisser Leistungsanspruch, Perfektionismus und Angepasstheit lernen wir meist als Kinder, durch Lob und Anerkennung.

Ihn wieder loszuwerden, ist nicht ganz so einfach, aber möglich. Der erste Schritt ist, sich bewusst zu machen, wie oft wir das Wort verwenden, und wie wir uns dabei fühlen.

Wenn du merkst, dass es Stress bei dir auslöst, dann darfst du umdenken lernen. Ich helfe dir gerne dabei!


Praxis LebensWert 
Birgit Gschwandtner 
Dipl. Lebens- und Sozialberaterin - Einzelberatung/Paarberatung 
Höribachstraße 23, 5310 Mondsee 
Telefon: 0699/101 35 979, e-Mail: office@lebenswert-beratung.at 

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