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Samstag, Oktober 16, 2021, 15:29

Einmal im Jahr „faste“ ich mit einer Gruppe Gleichgesinnter. Nicht beim Essen, sondern ich „jammerfaste“. 16 Tage kein Jammern, Nörgeln, Stänkern, Lästern. Lästern und Stänkern hat ohnehin nicht viel Platz in meinem Leben, aber jammern tun wir glaub ich alle viel zu viel.

Man braucht sich nur umzuhören, im Gespräch mit Freunden, am Stammtisch, wenn man sich zufällig auf der Straße trifft: jeder erzählt nur, was gerade alles blöd ist (Corona liefert da natürlich hervorragende Munition!), was schlecht läuft und was alles besser sein könnte. Die wenigsten Menschen sagen auf die Frage, wie es ihm geht „super, danke, stell dir vor, was mir gerade Tolles passiert ist…!“

Warum ist das so?

Unser Gehirn war vor Zehntausenden Jahren, als wir noch mit dem Speer durch die Savanne wanderten, darauf programmiert, potentielle Gefahren auszuloten. Und noch heute, obwohl nur mehr wenig echte Gefahren drohen – eher selten lauert ein Säbelzahntiger auf dem Billa-Parkplatz auf seine Beute – konzentrieren wir uns immer noch sehr stark darauf, was alles passieren könnte.

Die was-wäre-wenn-Frage beschäftigt uns laufend: was, wenn mein Partner eine andere attraktiver findet? Was, wenn ich die versprochene Gehaltserhöhung nicht bekomme? Was, wenn ich nicht wie geplant in den Urlaub fliegen kann? 60.000 Gedanken rauschen jeden Tag durch unseren Kopf, und was denkst du, wie viele Prozent davon sind positiv und aufbauend? 3, in Worten DREI Prozent. Der Rest ist entweder sinnlos oder zieht uns runter. Das könnten wir doch besser nutzen, oder?

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir es nicht ordentlich nutzen?

Gerald Hüther, ein bekannter Hirnforscher, beschreibt es so: Die Vorfahren der Bandwürmer waren ursprünglich ganz muntere, freilebende Bodenbewohner mit einem gut funktionierenden Gehirn. Einige davon benutzten ihr Hirn besonders clever und begannen, den Darm von Säugetieren zu besiedeln, in dem es immer genug zu fressen gab, und wo es immer schön warm war.

Keine Feinde bedrohten mehr ihr Leben, allerdings: „Wer mal Gelegenheit hat, in einen Bandwurmkopf hineinzuschauen, kann sich selbst davon überzeugen, dass das Gehirn, wenn es nur noch dazu benutzt wird, sich ein schönes, bequemes und angstfreies Leben zu bereiten,  dabei verkümmert“. Ebenso ist das Hirnvolumen verwilderter Hausesel etwa ein Drittel größer als das ihrer zu Hause gebliebenen, domestizierten Artgenossen. Just saying.

Da kommt man schon ins Nachdenken. Sind wir nicht eher dazu gedacht, uns weiterzuentwickeln, zu lernen, Lösungen für Probleme zu finden, als unsere Tage mit jammern und Selbstmitleid zu verbringen?

Was also tun?

  • sich das Jammern bewusst machen. Was beschäftigt mich den ganzen Tag? Was erzählt mir die Stimme im Kopf? Was erzähle ich anderen aus meinem Leben? Schönes oder Negatives?
  • Hinterfragen: sind meine Gedanken wahr? Bin in Gefahr? Wie wahrscheinlich ist, dass das Befürchtete eintritt?
  • Dankbarkeit: denk darüber nach, und schreib dir am Besten auf, was du Gutes in deinem Leben hast: Menschen, einen tollen Job, ein schönes Dach über dem Kopf, dein Lieblingsessen, etc.
  • Neues: lasse Neues in dein Leben, neue Hobbies, neue Interessen, lese ein Buch über ein Thema, das dir neu ist, geh neue Wege, und wenn nur die Joggingrunde in die entgegengesetzte Richtung führt – du wirst überrascht sein!
  • Umgib dich mit positiven Menschen: nörgeln und jammern ist nicht so einfach mit Menschen, die eine positive Grundstimmung haben. Negative Menschen jedoch machen da gerne mit und ziehen dich noch weiter runter.

Mach mit beim Jammerfasten, und gehe gestärkt und positiv daraus hervor. Wenn es dir nicht gelingt, unterstütze ich dich gerne dabei!


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Praxis LebensWert 
Birgit Gschwandtner 
Dipl. Lebens- und Sozialberaterin - Einzelberatung/Paarberatung 
Höribachstraße 23, 5310 Mondsee 
Telefon: 0699/101 35 979, e-Mail: office@lebenswert-beratung.at 

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