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Samstag, Oktober 16, 2021, 14:22

Was ist Trauer?

In wenigen Wochen ist Allerheiligen, der Feiertag, an dem wir traditionell unserer Verstorbenen gedenken. Fragt man Menschen, womit sie das Wort „Trauer“ verbinden, ist meistens der Tod der erste Gedanke, der uns kommt.

Der Verlust von lieben Menschen. Ein Vakuum, das hinterlassen wird und das zu füllen sehr schwer ist.  Jeder, der schon einmal jemanden verloren hat, weiß genau, wovon ich spreche. Die Fassungslosigkeit, die Hilflosigkeit, die endlose Traurigkeit, von der man denkt, dass sie niemals endet.

Trauer ist jedoch entgegen der landläufigen Meinung keine Krankheit, kein „psychisches Problem“, sondern die Trauerreaktion ist ein Versuch des Körpers der Selbstregulation. Jeder Trauerprozess ist individuell in seiner Dauer und Intensität. Der eine trauert ganz offensichtlich, während ein anderer die Trauer ganz mit sich ausmacht, beides sagt nichts aber über das Ausmaß des Schmerzes aus.

Wann trauern wir?

Ist der Tod von nahestehenden Menschen das einzige Ereignis, das Trauer in uns auslöst? Es ist sicher das, das von der Gesellschaft am meisten anerkannt wird, aber bei weitem nicht das einzige. Es kann uns alles in tiefe Trauer stürzen, was einen Einschnitt in unser bisheriges Leben oder einen ganz persönlichen Verlust bedeutet:

-          eine Trennung oder Scheidung

-          Fehlgeburt, auch in einem sehr frühen Stadium

-          den Arbeitsplatz zu verlieren

-          aus einem Haus, einer Wohnung ausziehen, oder an einen anderen Ort ziehen zu müssen

-          wenn die Kinder erwachsen werden

-          Veränderungen unseres Körpers durch Krankheit oder Unfall und auch unser eigener Alterungsprozess

-          der Tod eines Tieres

-          Pensionierung

-          und vieles mehr

Trauer, die aus diesen Umständen heraus entsteht, hat in unserer Gesellschaft allerdings weniger Platz. Meist muss das Leben sofort weitergehen, und auch von außen kommt meist nicht so viel Hilfe und Zuspruch, weil die Trauersituation nicht so offensichtlich ist. Dennoch ist sie da. Und kostet Kraft und Energie und braucht ihre Zeit.

Was tun, wenn jemand trauert?

Menschen, die nach einem Todesfall trauern oder andere Verluste erlitten haben, werden vom Umfeld zumeist ganz besonders vorsichtig behandelt. Was soll man sagen, wenn einem die Worte fehlen? Was soll man tun, wenn man sich so hilflos fühlt? Man möchte Hilfe anbieten und trösten, und weiß doch, dass man die Last nicht abnehmen kann.

Durch Unsicherheit und Hilflosigkeit, was man tun und wie man reagieren soll, kann ein luftleerer Raum um den Betroffenen entstehen, in den niemand eindringen mag.

Was man tun kann:

-          ZUHÖREN. Es bedarf nicht viele Worte, sondern zuzuhören, von dem Verlust erzählen lassen, wenn nötig, immer und immer wieder

-          ehrlich sagen, wie einem zumute ist, zB „ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“

-          Praktische Hilfe anbieten (kochen, einkaufen, aufräumen, Tiere versorgen, etc.), ohne beleidigt sein, wenn sie nicht angenommen wird

-          Anbieten, da zu sein, und dem Betroffenen die Freiheit lassen, von selbst darauf zurückzukommen, wenn ihm danach ist

-          Sich gemeinsam erinnern

Was tun, wenn man selber trauert?

-          Sich selbst Zeit lassen

-          sich Rückzugsräume und begrenzte Zeiträume einrichten, in denen man sich der Traurigkeit hingeben kann, z.B sich am Abend für eine Stunde an einen bestimmten Platz zurückziehen

-          sich bewusst erinnern, Fotos ansehen, über den Verlust sprechen

-          auf die eigenen Bedürfnisse achten (Ruhe, Rückzug, Abwechslung, sprechen, schweigen,…)

-          Hilfe annehmen

Wie schon gesagt, ist Trauer grundsätzlich ein natürlicher Prozess, aber Trauer kann auch krank machen, nämlich dann, wenn sie nicht richtig verarbeitet wird. Hat man selbst oder Außenstehende das Gefühl, die Trauer lässt nicht nach, auch nicht für einzelne Momente, oder ein normales Alltagsleben ist über einen längeren Zeitraum so gut wie unmöglich, kann es sinnvoll sein, sich professionelle Unterstützung zu suchen. Eine einfühlsame Trauerbegleitung leistet hier wundervolle Dienste.

Für Fragen zur Trauer allgemein oder zur Trauerbegleitung, bitte mich gerne kontaktieren.

 


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Praxis LebensWert 
Birgit Gschwandtner 
Dipl. Lebens- und Sozialberaterin - Einzelberatung/Paarberatung 
Höribachstraße 23, 5310 Mondsee 
Telefon: 0699/101 35 979, e-Mail: office@lebenswert-beratung.at 

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