Blog

Keinen Artikel mehr verpassen!

Lass dir die Blogartikel regelmäßig in dein Postfach liefern. Gleich anmelden -->

Am Limit

Montag, November 29, 2021

Viele Menschen sind derzeit am Limit. Ein erneuter Lockdown, Horrormeldungen jeden Tag, unterschiedlichste Sorgen und Ängste. Aufeinanderprallende Ansichten öffnen eine tiefe Kluft quer durch Familien, Freunde, Arbeitskollegen. Wer Wortmeldungen in den sozialen Medien verfolgt, dem kann eigentlich nur schlecht werden, angesichts des mittlerweile offen gezeigten Hasses von allen Seiten.

So eng die Menschen zusammengerückt sind, vor mittlerweile 21 Monaten, so weit auseinander stehen wir heute gefühlt. Was steckt hinter der Wut, dem Unverständnis, dem „Nicht-mehr-aufeinander-zugehen“? Nicht immer, aber ganz oft versteckt sich hinter der Wut die „kleine Schwester“, die Trauer. Trauer, dass nichts mehr ist, wie es war. Dass Vieles, was uns lieb und wertvoll war, verloren gegangen ist.

Ich persönlich sehe anders als die Medien keine zwei Lager, sondern ganz ganz viele Einzelschicksale, die das Verständnis füreinander verloren haben. Das, was uns beschäftigt, ist so vielfältig wie wir Menschen selbst. Nackte Angst ums Überleben. Um unsere Nächsten. Davor, wovon wir leben sollen. Was die Krise mit unseren Kindern macht. Ob wir je wieder unbeschwert leben können.

Aber anstatt das auszusprechen, direkt heraus zu sagen „mir macht Angst, dass…“, fällt es uns unglücklicherweise leichter, mit dem Finger auf andere zu zeigen, die vermeintlich schuld sind an der Misere. Die alles nicht ernst genug nehmen. Oder zu ernst. Oder irgendwo zwischendrin.

Was können wir also tun, damit wir uns zumindest von Menschen, die uns nahestehen, nicht noch weiter entfernen? Ich gebe ein paar Tipps, die aus der Paarberatung kommen, auch hier ist es ja wichtig, ins Gespräch zu kommen, anstatt die Fronten zu verhärten 😉

🔹 Oft ist es schon ein erster winziger Schritt, sich selbst zu hinterfragen: Worauf die eigene Angst oder der eigene Ärger begründet ist. Dann kann der eigene Standpunkt offener und wertschätzender, aber auch verständlicher transportiert werden.

🔹 Zusätzlich ist es natürlich auch sinnvoll, sich an der Nase zu nehmen und zu schauen, ob man dem anderen auch wirklich zuhört und bereit ist, sich auf eine andere Ansicht einzulassen, anstatt einfach abzuwinken.

🔹 Beide Ansichten zulassen: zu sagen „ich nehme deine Bedenken und deine Meinung ernst, gleichzeitig macht mir Angst, dass…“. So dürfen beide Ansichten bestehen bleiben und keine davon wird abgewertet.

🔹 Ich-Botschaften“: statt „du machst… falsch“ sagen „ich würde es besser finden, wenn du….“

🔹 Gemeinsamkeiten suchen: oft sind die Meinungen gar nicht so weit auseinander, wie man denkt, sondern es gibt durchaus Aspekte, bei denen beide gleicher Ansicht sind. So wird das Verbindende über das Trennende gestellt.

🔹 Wenn gar nichts anderes mehr geht: das Thema aussparen, wenn klar wird, dass man hier unterschiedlicher Meinung ist, auch bleiben wird, und das Gespräch nur im Streit enden würde. Es gibt ja schließlich auch noch andere Themen…

🔹 Und wenn auch das nicht funktioniert: Hilfe suchen. Dafür sind wir psychologischen Beraterinnen und Therapeuten da.
Es wäre ja schade, wenn die große C-Krise eines Tages weg ist, und mit ihr Menschen, die uns wichtig sind.

Und was kannst du für dich selbst tun in dieser Zeit? Selbstfürsorge ist das Zauberwort. Nachrichten maximal 1 x am Tag. Sich mit lieben Menschen umgeben. Auf die eigenen Bedürfnisse achten (z.B. brauche ich Ruhe, möchte ich mich austauschen, in sich hineinhorchen, das einen gerade beschäftigt, …). Raus in die Natur. Durchatmen. Den Blick auf die guten Dinge des Lebens richten.

Komm gut durch diese Zeit!

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare

Du hast ein akutes Problem? Ich höre dir zu!

Meine Blogartikel liefern viele Inputs zu verschiedensten Themen, aber nichts ersetzt ein persönliches Gespräch.

Neugierig geworden?

Viele weitere Artikel zu vielen verschiedenen Themen des Lebens findest du hier:
Der Zahn der Zeit   
FamilieJetzt
Trauer und Trauerbegleitung
Jammerfasten
Nicht meine Welt
Out of the box
Selbstfürsorge
Wie glücklich darfst du sein?
Stark
Realitäten
Vorsorge
Stress
Ich und mein Körper
Scheinwelt
Das Selbstwertgefühl - unser innerer Kompass
Wer bist du, wenn nichts mehr bleibt?
Stark
Selbstverantwortung
Love hurts
Der wunde Punkt
Mütter
Bitte nichts Neues
Loslassen
Bin ich genug?
Gedankenkarussell
Der Zahn der Zeit
Nichtraunzer-Challenge
Brauchen wir die Männer noch?
Vom Sterben - und Leben
Die Zeit heilt alle Wunden
Einen Scheiß muss ich
 Grenzüberschreitung in Beziehungen
Ruf aus der Vergangenheit
Wie verbringst du deine Zeit?
Sternenkinder
4 Dinge, die du regelmäßig entrümpeln solltest
Was bringt das neue Jahr?
Müde
Wie glücklich darfst du sein?
Gekreuzte Wege
3 K.O. Kriterien bei der Partnersuche
Ich bin Viele
Als wär's das letzte Mal
Wann fühlst du dich geliebt?
Wie sieht man richtig aus?
Was mache ich da eigentlich? Kapitel 1 - Psychosoziale Beratung allgemein
Man kann nicht nicht kommunizieren
Was mache ich da eigentlich? Kapitel 2 - Paar- und Eheberatung
Erziehung und ihre Folgen
Für immer... und dann?
Perfekt
Hilfe zur Selbsthilfe
Unvergessene Liebe
Erholung...?
Familiengeheimnisse
Fehl am Platz
Sturmzeit
Toxische Beziehungen
Wo die Angst ist, ist der Weg
Wer anderen die Schuld gibt, gibt anderen die Macht
Beziehungsglück durch Manipulation?
Use it or lose it
Schutzstrategien
Der Preis der Lösung
Resilienz
Psychologie im Alltag: zwischen Aufklärung und Etikettierung
Ich + Du = Wir
Genuss pur














Suchen