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Warum immer ich?

Warum immer ich?

Sonntag, Februar 7, 2021

Es ist schon einige Jahre her. Eine ziemlich nervenaufreibende Beziehung hatte gerade geendet und ich habe mich gefragt, warum ich einfach kein Glück haben konnte. Warum es anderen scheinbar so leicht fiel, „den Richtigen“ an Land zu ziehen und ich mit sicherer Hand doch immer wieder mal daneben griff.

Es hat noch einige Zeit gedauert, bis mir bewusst geworden ist, dass ich einen großen Teil davon mit beeinflusst habe. Dass ich meinem jeweiligen Gegenüber gewissermaßen „erlaubt“ habe, mit mir zu spielen, meine Gefühle zu verletzen, mich unfair zu behandeln. Natürlich nicht mit Absicht, sondern unbewusst. Am Ende bin ich meistens übrig geblieben mit der schon genannten Frage „warum immer ich?“.

Kennst du die Frage? Vielleicht aus einem anderen Umfeld? Hast du dich schon einmal gefragt, warum dich deine Chefs oder Kollegen immer wieder unfair oder von oben herab behandeln, dir die meiste Arbeit zuteilen und damit immer wieder durchkommen? Dass sich andere Menschen im Supermarkt vordrängeln und dich scheinbar nicht beachten? Dass du nach eigenem Empfinden immer ein bisschen schlechter behandelt wirst als andere, selbst im Familienkreis?

Wenn du den Eindruck hast, gewisse Erlebnisse wiederholen sich immer wieder, wie ein Kreislauf, aus dem du nicht aussteigen kannst, zum Beispiel schlechte Beziehungen, schwierige Chefs, etc. , dann könnte es sich lohnen, darauf zu achten, ob du, genauso wie ich, deinen Teil dazu beträgst.

Viele von uns haben in der Kindheit gelernt, dass „es sich nicht gehört“, seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche allzu wichtig zu nehmen, dass es höflich ist, anderen den Vortritt zu lassen und sich lieber zurückzuhalten, abzuwarten, und zu schauen, was einem von selber zufällt, anstatt sich das zu holen, was einem zusteht. Es entsteht mit der Zeit der Eindruck, dass andere Menschen und deren Bedürfnisse wichtiger sind als unsere eigenen.

Ich möchte es als Bild darstellen. Stelle dir einen Kreis vor. Dieser Kreis steht für irgendeine Beziehung zu einem anderen Menschen in deinem Leben – Kinder, Partner, Arbeitskollegen, Supermarkt-Mitarbeiter,…. In einem ausgewogenen Verhältnis füllt jeder der zwei Personen die Hälfte des Kreises aus, mit seinen eigenen Ansprüchen und Werten und sieht zu, dass er nicht in den Raum des anderen kommt.

Wenn ich jetzt meinen Raum nicht beanspruche, weil ich der Meinung bin, ich bin nicht so wichtig, oder ich bin es nicht wert, wird der andere automatisch diesen Raum einnehmen. Das heißt, es ist meine Aufgabe, meinen persönlichen Raum zu schützen, meine Grenzen zu setzen. Und nur, wenn ich selbst meine Grenzen wertschätze und respektiere, werden auch andere diese achten. Damit ist nicht gemeint, laut zu werden, und den persönlichen Raum mit Gewalt zu verteidigen, sondern ein bestimmtes „bis hierher und nicht weiter“ zum richtigen Zeitpunkt.

Um diesen Schritt setzen zu können, musst du zuerst selbst wissen, wie deine Werte aussehen, und wo deine Grenzen sind. Die sind natürlich ganz individuell und von Mensch zu Mensch verschieden.

Vielleicht magst du den heutigen Sonntag dazu nutzen, in dich hinein zu spüren, in welchen Situationen du bemerkst, dass andere deine Grenzen verletzen.

Wenn ich dich dabei unterstützen darf, deine Wünsche und Bedürfnisse genauer auszuloten und Möglichkeiten zu entwickeln, deinen persönlichen Raum zu schützen, dann kontaktiere mich gerne für eine Terminvereinbarung. Ich freue mich auf dich :-)

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