Suchen

Blog

Keinen Artikel mehr verpassen!

Lass dir die Blogartikel regelmäßig in dein Postfach liefern. Gleich anmelden -->
Blogartikel Übersicht - entsteht gerade ;-)
Samstag, August 13, 2022
Sonntag, August 7, 2022
Sonntag, Juli 17, 2022

Die letzten Wochen waren richtig anstrengend für mich, ich war gedanklich mit tausenden Dingen beschäftigt, dennoch ging nichts weiter und irgendwie war ich „nicht in mir zu Hause“. So geht es uns allen gelegentlich, oder sogar sehr häufig.

Am Donnerstag plötzlich hat mich ein Ereignis aus diesem unmotivierten Dahinleben herausgerissen und mich wieder ordentlich „geerdet“: auf einer Wanderung wurde mein Hund Balu von einer Schlange gebissen, und ich saß neben ihm auf dem Waldboden, während wir auf die Rettung warteten und rechnete mit dem Schlimmsten. Er war apathisch und atmete flach und plötzlich wurde mir wieder bewusst, was das Wichtige in meinem Leben ist.

Wir alle wissen natürlich eigentlich, was wichtig ist in unserem Leben: meist die Menschen und Tiere, die uns nahestehen, die wir lieben. Und dennoch verlieren wir sie im Trubel des Alltages aus den Augen. Sind mit vielen Dingen beschäftigt und übersehen häufig das, was direkt neben uns ist.

Wie oft habe ich meinem Hund schon gesagt „später“, wenn er mir einen Ball gebracht hat. Oder er starrte mich schon die längste Zeit an in seinem Versuch, meine Aufmerksamkeit zu ergattern. Leider vergeblich. Ersetzt bitte meinen Hund einfach durch eure eigenen Lieben und schaut, was das Bild mit euch macht: Partner, Partnerin, Kinder, Eltern, Freunde, Haustiere.

Das alles ist mir durch den Kopf gegangen, als ich da im Wald saß und weinte. Es gibt so viele Dinge in unserem Leben, die uns wichtig sind, die wir aber dennoch nicht wirklich würdigen… oder erst, wenn es zu spät ist.

Wenn du Lust hast, dein Leben wieder mehr auf das Wesentliche zu fokussieren, kannst du gerne folgendes Experiment ausprobieren: nimm 9 bunte Zettel und schreib darauf

  • 3 Menschen, die dir wichtig sind (Kinder oder Eltern zählen als gesamt 1)
  • 3 Rollen, die dir wichtig sind: Partner/Partnerin, Mama/Papa, deine Rolle im Beruf, Frauchen/Herrchen, etc
  • 3 Dinge, die dir wichtig sind: Auto, Haus/Wohnung, Handy, Computer, Bücher, was immer dir wichtig ist

Lege diese Zettel sichtbar auf und nimm nun für die nächsten Tage jeden Tag einen Zettel weg, bis keiner übrig ist. Stell dir dabei vor, wie sich dein Leben verändern würde, wenn diese Sache, diese Rolle, dieser Mensch tatsächlich weg wäre, und was du heute dafür tun kannst, dorthin mehr Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zu richten.

Manche fragen sich vielleicht: wie wichtig können schon Dinge für unser Leben sein? Nun, ein Haus kann ein Zuhause sein, ein Auto Freiheit schenken, das Handy oder der Computer Verbindung schaffen – und deshalb ebenso wertvoll sein wie die Menschen oder unsere Rollen. Diesen Dingen werde ich zukünftig auch mehr Wertschätzung entgegenbringen, wenn mir ihre Bedeutung bewusst wird.

Dieses Experiment kann dich unterstützen, dein Leben neu auszurichten und zu hinterfragen: wo liegt dein Fokus? Wer sind deine wichtigen Menschen? Wie wichtig sind die Rollen und Dinge in deinem Leben wirklich, oder kann manches davon sogar tatsächlich weg?

Und wer bin ich, wenn nichts mehr bleibt?

Wenn du Lust hast, das Thema noch mehr zu vertiefen, komme gerne in meinen Workshop „Bewusst(er)leben“ am 13. August 2022 in Mondsee! Anmeldung ab sofort möglich!

Sonntag, Juli 3, 2022

Steigere deinen Selbstwert!
Du bist es wert!
Weil ich es mir wert bin!

Zeitschriften und Medien spielen häufig mit diesem Begriff oder geben Tipps, für einen besseren Selbstwert. Wenn ich jedoch nachfrage, in meiner Praxis zum Beispiel, was denn der Selbstwert überhaupt ist, ist das gar nicht einfach zu erklären. Mir gefällt am besten folgende Beschreibung:

Der Selbstwert ist ein Bild, das wir von uns selbst haben. Wie glücklich darf ich sein, wie erfolgreich darf ich sein, was darf ich mir Gutes tun: all das ist in diesem Bild festgehalten. Das Bild kann ganz klein sein, womöglich in schwarz/weiß oder düsteren Farben gehalten. Oder riesig und in bunten Farben gemalt.

Das Bild beginnen unsere frühesten Bezugspersonen zu malen: „das kannst du nicht“, „das ist nichts für dich“, „dafür bist du zu dumm“, „aus dir wird nie was“,… und wir selbst vervollständigen es im Laufe der Zeit. Je nachdem, wie unser Bild aussieht, leben wir unser Leben. Alle unsere Handlungen setzen wir dementsprechend.

  • Wenn mein Selbstwert-Bild sagt, dass es mir „nicht zusteht“, eine glückliche Beziehung zu führen, dann werde ich unbewusst (!)alles dafür tun, dass mein Leben schlussendlich dem fixen Bild von mir entspricht.
  • Wenn in meinem Bild kein beruflicher Erfolg vorgesehen ist, dann werde ich – ebenso unbewusst – dafür Sorge tragen, dass mein Erfolg nicht zu groß wird. Viele von uns kennen Beispiele davon, wie wir uns selbst sabotieren, und uns danach fragen, warum wir das getan haben.

Der Selbstwert ist die Antwort.

Was ist nun die Lösung für ein besseres, glücklicheres, leichteres Leben? Wir dürfen unser Bild von uns nach und nach umgestalten. Größer machen, bunter, vielfältiger. Die Stimme im Kopf, die uns sagt „das kannst du nicht“ oder „das ist nichts für dich“ hinterfragen, ob sie tatsächlich Recht hat oder ob sie nur nachplappert, was unwissende Menschen irgendwann von sich gegeben haben.

Und wenn uns das gelingt, wird auch unser Leben größer, bunter und vielfältiger. Manche meiner Klientinnen und Klienten haben Angst, dass sie überheblich werden, wenn ihr Leben größer wird. Arrogant vielleicht. Ist das so? Kann der Selbstwert zu groß sein?

Nein, definitiv nicht. Das Bild, das wir dabei im Kopf haben ist das eines Menschen, der einen zu niedrigen Selbstwert hat, auch wenn es nicht so scheint. Diejenigen, die von sich selbst das Gefühl haben, nichts wert zu sein, tragen eine Fassade nach außen. Die so scheint, als wären sie selbstbewusst.

Dabei versteckt sich dahinter meist ein ängstlicher Mensch, der sich fürchtet, dass seine vermeintliche Wertlosigkeit aufgedeckt wird und deshalb alles tut, um das zu verhindern. Wir alle kennen sie. Großspurig, laut, abwertend.

Jemand mit einem guten Selbstwertgefühl hat das nicht notwendig, sondern ist zufrieden und sorgt gut für sich selbst. Und wird dabei auch noch genügend Energie haben, andere aufzubauen, und nicht niederzumachen.

Wie schaut es mit deinem Selbstwertgefühl aus? Ausbaufähig? Dann kontaktiere mich doch bitte gerne für eine Terminvereinbarung! Ich freue mich auf dich J

Sonntag, Mai 29, 2022

Vor einigen Tagen hat ein Bekannter mich angesprochen und mich gefragt „arbeitest du eigentlich irgendwann was?“ Hä? Wie sich herausgestellt hat, verfolgt er über die Sozialen Medien meine Wandertouren, den Kaffee am See, die Spazierrunden mit dem Hund. Das sieht dann natürlich so aus, als hätte ich einen wunderbaren, ewigen Lenz.

Warum sage ich das? Um mich rechtzufertigen? Ganz im Gegenteil. Selbst wenn es so wäre, und mein Leben eine endlose Aneinanderreihung toller Erlebnisse voller Leichtigkeit wäre, wäre es doch in Ordnung. Aber es ist nun einmal so: wir stellen selten Fotos online, auf denen wir putzen, hart arbeiten, auf die Kinder aufpassen, uns streiten, etc.

So entstehen verzerrte Bilder. Bilder mit denen wir uns manchmal vergleichen. Beim Scrollen durch Instagram- oder Facebook-Accounts, aber auch beim Durchblättern vieler Homepages oder simpler Zeitschriften, die mit der Realität wenig zu tun haben.

Es leider so, dass wir uns lieber Fotos von Stränden, Bergen und perfektionierten, gutgelaunten Menschen ansehen, als die von vollen Einkaufswagerln, noch volleren Windeln oder Stapeln von nicht erledigter Arbeit. Und von Menschen, die aussehen, wie sie eben aussehen: ungeschminkt, erschöpft, sorgenvoll.

Am Muttertag war auf dem Titelbild einer Tageszeitung ein Bild von einer Mutter mit ihrer Tochter zu sehen (no na…) – beide natürlich gut gelaunt, bildhübsch, im blütenreinen Kleidchen, innig. Wie realistisch ist das wohl?

Und was macht das mit uns?

  • Wir treten vielleicht in einen Vergleich und fragen uns, was andere besser machen, als wir. Warum sie ein schöneres, leichteres Leben haben als wir selbst.
  • Wir werten das ab, was wir selbst haben. Weil wir nicht sehen, dass trotz der tollen Urlaube vielleicht dennoch nicht alles rosig ist.
  • Unsere Wahrnehmung verzerrt sich und die Messlatte wird höher und höher gelegt: alles soll noch schöner, noch perfekter, noch glücklicher sein. Urlaub auf Kredit. Noch eine Kleidergröße weniger. Neues Auto. Zur Schau gestellte traute Zweisamkeit – anstatt sich zu fragen, ob man nicht eigentlich zufrieden sein könnte mit dem, was man hat.
  • Wir sind entmutigt, weil das, was uns als scheinbarer Standard präsentiert wird, so unerreichbar scheint.

Aber gottseidank dreht sich die Geschichte mittlerweile. Es gibt schon viele Menschen, die die „ungeschönte“ Wahrheit posten und dafür viel Zuspruch ernten. Vor kurzem habe ich ein Foto von mir gepostet in kurzer Hose, mit – oh mein Gott! – Cellulite an den Beinen.

Und ich habe noch nie zuvor so viele positive Rückmeldungen erhalten. Mutig. Ehrlich. Motivierend. Und das alles nur, weil ich mich so gezeigt habe, wie ich nun einmal aussehe.

Das zeigt mir, dass viele Menschen mittlerweile Sehnsucht haben nach ungeschönten Bildern. Nach Unterhaltungen, wo man einfach sagen kann: „läuft momentan nicht so rund bei mir“. Nach ehrlichen und offenen Einblicken in das reale Leben.

Das manchmal zwar nicht einfach ist, und schon gar nicht perfekt. Aber vielleicht einfach gut so, wie es ist. Mehr Sein als Schein.